Alina Döring
Dipl. Ing. Innenarchitektur (FH)
*1979 in Remscheid/Deutschland
Peter Behrens School of Arts, Düsseldorf/Deutschland
Innenarchitektin und freie Künstlerin
In der Schweiz seit 2016
Zur Malerei kam ich über das (intensive) Zeichnen und zum Zeichnen über das Innenarchitekturstudium. Es fing an mit Lehrerportraits, ging weiter mit Bahnhöfen und Pendlern (in Köln gewohnt, in Düsseldorf studiert), dazu kam Konstruktives und Innenraumszenen sowie Strassencafés und Gassen aus den Urlaubsorten, Bilder-Reisetagebücher, wöchentliche Aktmalerei. Dann der Sprung vom Papier auf die Leinwand. Die Sujets haben sich seit jeher nicht geändert: der Mensch, die Stadt, das Urbane.
Was scheinbar zufällig und beiläufig begann, hat sich als das grosse Thema herausgestellt, das mein Tun und Denken stets begleitet. Der Mensch und sein urbanes Umfeld begeistern und faszinieren mich aus biologischer, sozialer, architektonischer und philosophischer Sicht.
Der Mensch, wie er Gebäude und Städte errichtet, in der Menge untergeht und dennoch Einzigartigkeit für sich proklamiert. In der Stadt sind viele auf wenig Raum und dennoch jeder für sich. Meine Bilder zeigen den Menschen in der Nahaufnahme, sein Porträt, oder ihn interagierend mit anderen. Starr die Leute nicht so an!, hat man mir früher oft gesagt. Aber Körperhaltung, Körpersprache, Gesichter und Mimik lassen sich lesen, wie Biografien und helfen mir, mich und meinesgleichen besser zu verstehen.
Der Mensch ist auch für Übles verantwortlich. Wir sind eine Art mit den besten Absichten und trotzdem in hohem Grade (selbst-)zerstörerisch. Meinen Frieden habe ich dennoch mit uns/mit mir gemacht. Wenn ich sehe und höre, wie Kunstschaffende sich ausdrücken und mit anderen synchronisieren können in Malerei, Musik und Tanz, dann wird deutlich, dass der innere Zwiespalt zwischen triebhafter Bedürfnisbefriedigung und hoch abstraktem, logischem Denken überwunden werden kann. Auch Bahnhöfe und sonstige Verkehrsknotenpunkte sind für mich immer wieder ein Phänomen: wir sind so viele, aber wir kennen die Regeln und die Richtungen und so finden sich die meisten gut zurecht und anstatt von Chaos entsteht ein geschäftiges Treiben, das, je nach Kultur, mehr oder weniger heiter ausfällt.
Bis auf weiteres bleibt der Mensch mein Thema und ich denke, es bleibt auch spannend.